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Bestechend einfach und völlig unmöglich!

Manchmal lese ich etwas und denke dabei bei jedem Wort: “Ja! Genau richtig! So ist es!” und doch ist klar, dass es trotz allem offensichtlichen “ins Gesicht Gespringe” durch massenpsychologische Effekte gepaart mit der Natur des Menschen niemals ungeteilte Zustimmung erfahren wird.

Einer dieses “etwas” ist ein Artikel in der brand eins 06/2010Gute Frage – Was haben Kleinkinder und Lastwagenfahrer gemeinsam?“.

Wer möchte, findet den Artikel, wenn er obigem Link folgt. Wer nicht möchte, für den versuche ich den Inhalt kurz wiederzugeben.

Die Festsetzung von Abgaben folgt keiner Logik, höchstens einer opportunistischen. Sie sind letztlich das, was nach dem Hin- und Hergezerre zwischen Politik, Lobbygruppen und Bürgern übrig bleibt.

Stefan Bach, Finanzpolitik-Fachmann beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)

Abgaben sind im wesentlichen das, was jeden von uns nervt, denn es ist das bekannte “weniger Netto vom Brutto”. Die eigentliche Idee hinter Abgaben an den Staat ist die Verteilung dieser zum Wohle seiner Bürger. Die durchaus logische und erstrebenswerte Idee, eine Last, die alle betrifft, auf alle zu verteilen, erscheint hinreichend. Allerdings geht das System getrieben durch ebene jene, die es stützen soll – Politiker, Lobbygruppen und Bürger – den Bach runter, wie eine einfache Rechnung zeigt:

Mehr als 60% dieser Abgaben steckt die Bundesrepublik Deutschland derzeit in Zinsen, Tilgungen und Pensionen. Lediglich 10% davon gehen in die Bildung. Überträgt man diese Zahlung auf einen Privatmenschen, würde das bei einem Nettolohn von 2000€ bedeuten, dass 1200€ für Zinsen und Tilgungen drauf gingen und lediglich 200€ für die eigene Rentenversorgung zurückgelegt werden würden. Für eine Firma würde das bedeuten, dass fünf mal mehr in Schulden gesteckt würde, als in Forschung und Entwicklung. Schuldnerberater bzw. Insolvenzverwalter ich hör dir trapsen!

Der Artikel nennt ein weiteres Beispiel. Menschen mit einer akademischen Ausbildung erwarten trotz ihres vergleichbar späteren Berufeinstiegs eine um 12,8 bis 13,2 Prozentpunkte höhere Gehaltsvergütung als ein Mensch ohne akademischen Abschluss. Die logische Konsequenz wäre also, dass der Staat vor die Rendite die Investition setzt. Studiengebühren von 1000€ pro Jahr sind aber vielerorts geächtet. Wohlgemerkt bei einer jährlichen Rendite nach Studienabschluss von durchschnittlich und rund 5120-6600€ (ausgehend von einem Einstiegsgehalt eines Akademikers von 40 – 50 T€). Tendenz natürlich steigend!

Es ist auch erwiesen, dass eine vorschulische Förderung direkten Einfluss auf die weitere Entwicklung des Kindes bis in das Erwerbsfähigenalter hat. Geförderte Kinder haben es leichter in der Schule, werden weniger kriminell und bedürfen später weniger Unterstützung durch andere oder den Staat. Der Ökonom und Nobelpreisträger James Heckman hat ausgerechnet, dass sich jeder Euro in Vorschuldbildung mit 17% pro Jahr für die Allgemeinheit rentiert.

Die Logik ist bestechend einfach, aber warum soll das Hochschulstudium umsonst sein und Kitaplätze kosten Geld?

Die Antwort findet sich in jedem einzelnen von uns, denn trotz der Wahrnehmung vieler, die schuld liege immer bei den anderen Politikern, den anderen Lobbygruppen oder den anderen Bürgern ist jeder auch selbst Politiker, Teil einer Lobbygruppe oder Bürger. Warum schaffen wir es dann nicht das zwingend logische durchzusetzen?

Diese Frage soll ein ander mal beantwortet werden. Wer will, darf gern in den Kommentaren einen Versuch unternehmen. :-)

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