Die heutige Geschichte handelt von Frl. Phlegma, Fr. Spuo-Sanguis und Hr. Adipositas.
Der Autor war in letzter Zeit zwei Mal beim Arzt wegen einer hartnäckigen Atemwegsinfektion und hat dabei diese drei Geschichten erlebt.
Frl. Phlegma geht’s schlecht
Das erste Erlebnis ereignete sich während der Autor an der Aufnahme auf Beachtung wartete. Vor ihm standen eine Mutter und eine junge Frau, ihm folgenden Frl. Phlegma genannt. Nach dem Grund ihres Besuches gefragt, ergab sich folgender Dialog:
Fr. Anmeldung:
Hallo! Worum geht’s heut?
Mutter:
Wir brauchen Krankmeldung für Frl. Phlegma.
Fr. Anmeldung:
Ok, für wie lange? Heut?
Frl. Phlegma:
Und morgen, Donnerstag und Freitag.
Frl. Anmeldung:
Alles klar. *tipp* *druck* *rüberreich* Bitte schön und schönes Wochenende.
Mutter:
Danke.
Frl. Phlegma:
Tschüss.
Ähm? Hallo? Seit wann sind Ärzte nur noch Krankmeldungsausgabestellen? Keine Frage nach dem warum oder weshalb. Keine Frage nach dem Krankheisbild und der Ursache der Arbeitsunfähigkeit.
Man möchte ja niemandem etwas unterstellen, aber Frl. Phlegma sah ziemlich fidel aus. Jedenfalls war sie noch in der Lage sich vor dem Arztbesuch ausgiebig zu schminken und zu stylen und ich hoffe inständig, sie hat es noch geschafft, sich abzuschminken, bevor sie sich zur Besserung der Gebrechen wieder ins Bett begab…
Fr. Spuo-Sanguis muss ins Krankenhaus
Da die Wände der einzelnen Behandlungszimmer sehr dünn sind, kommt man nicht umhin, die Gespräche in den umgebenden Räumen mitzubekommen. Zur Rechten des Autors fand sich eine ältere Frau, ziemlich blaß und geschlagen daherkommend. Es stellte sich heraus, dass es ihr seit rund einer Woche sehr schlecht ging, sie große Schmerzen in der Magengegend hatte und Blut spuckte… seit einer Woche (Anm. d. Verf.: Der Autor würde keine 10 Minuten Blut spucken, ohne in der nächsten Notaufnahme aufzuschlagen). Eine stationäre Einweisung war auch die Maßnahme der Frau Doktor, worauf die ältere Dame ihren Unmut über diese äußerte. Sie kam nicht davon und musste ins Krankenhaus und der Autor findet: Es wurde auch Zeit!
Hr. Adipositas hat Rücken
Zur Linken des Autors fand sich ein Mann im besten Alter (Ende 30 – Anfang 40), mit ca. 30-40 Kilogramm Übergewicht und einer sehr desaströsen Körperhaltung. Er erzählte seine Geschichte:
Ich habe schon länger Rückenschmerzen und hab deshalb auch den Notarzt nachts kommen lassen. Der hat dann gespritzt und gefragt, obs noch weh tut. Ich sagte: “Ja” und dann hat er direkt reingespritzt und dann wurde’s besser. Ich trau mich in der U-Bahn auch nicht mehr zwischen die Leute, weil die Leute immer sagen, mein Kopf würde so komisch dahängen. Deshhalb sitz ich in der Bahn schon immer ganz hinten, damit mich niemand sieht. (Anm. d. Verf.: ???)
Jetzt habe ich bei einem Freund XYZ (Anm. d. Verf.: Den Freund hatte er samt Arzneimittel XYZ gegen Rückenleiden mitgebracht) ausprobiert und das hilft ziemlich gut. Können Sie mir das verschreiben?
Die Frau Doktor war nach dieser Geschichte auch der Meinung, dass dieses Medikament wohl das beste für Hr. Adipositas sei und hat ihm direkt einen Monatsvorrat verschrieben. Der Autor ist ja kein Arzt, aber er findet, für das Geld, was dieses Mittel dank des Freibriefes für Pharmafirmen wahrscheinlich kostet könnte man Herrn Adipositas auch für mindestens ein Jahr in ein Deluxe-Fitnessstudio schicken, was mehrere Vorteile hätte:
- Die Rückenbeschwerden würden sich wahrscheinlich durch den Muskelaufbau in Luft auflösen.
- Die Haltung würde sich durch den Muskelaufbau verbessern.
- Das Selbstbewusstsein, was augenscheinlich nicht vorhanden zu sein scheint, würde sich automatisch mit steigern.
Aber wie gesagt, der Autor ist kein Arzt. Wahrscheinlich zum Glück, denn mit seinen Ansichten würde er wohl nicht ins Schema der modernen Medizin in Deutschland passen. Zwei von drei Patienten wurden der Selbstdiagnose überlassen und man könnte den Eindruck gewinnen, die medizinische Hilfe in Deutschland ist zum Selbstbedienungsladen verkommen. Da wundert es nicht, dass der ganze Bettel den Bach runter geht. Wieso hat in Deutschland eigentlich alles ein Lobby, nur die Vernunft nicht?

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Wow, dann geht es nicht nur mir so
War neulich auch beim Ohrenarzt- da begegnen dir Leute…ich find es immer wieder unglaublich- aber ich wär schon nach 2 Minuten Blut spucken in der Notaufnahme gewesen, wie hält man das ne Woche durch? Naja, aber ich find ja auch Krankenhaus nicht so schlimm wie andere 
Frohe Ostern